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Methoden der Ausbildung 2
Methoden der Ausbildung 3
Methoden der Ausbildung 5
Die zeitgemäße Führung von Mitarbeitern
Beratungs- und Förderungsgespräch
Die Auswahl des Auszubildenden
Innere Kündigung
Der Ausbilder als Teamentwickler
Der Ausbilder als Mitarbeiter- entwickler
Der Ausbilder als Konflikt- moderator
Der Ausbilder als Problemlöser
Der Ausbilder - mehr als nur 'Lehrer'
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Der Kunde als König
Wie wähle ich den 'richtigen' Auszubildenden
Literatur- empfehlungen
Scientology- erklärung
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Interkulturelle Kompetenz aus der Sicht deutscher Führungskräfte
von Christoph Müller
In Zeiten zunehmender Globalisierung werden die Anforderungen
an deutsche Führungskräfte nicht nur in großen multinationalen
Unternehmen ("Global players") wachsen, sondern auch in bislang
eher regional orientierten mittelständischen Unternehmen müssen
sich Führungskräfte den Anforderungen stellen, die die Globalisierung
mit sich bringt. Dabei wird insbesondere die in der Vergangenheit häufig
in der Literatur geforderte Anpassungsfähigkeit an fremdkulturelles
Denken und Handeln alleine nicht mehr genügen, im globalen Kontext
zu bestehen, welcher sich durch Komplexität und Heterogenität
auszeichnet.
Zukünftig werden nicht nur Entsandte deutscher Unternehmen ("Expatriates")
vor der Herausforderung stehen, interkulturelle Überschneidungssituationen
erfolgreich bewältigen zu müssen, sondern auch im Inland läßt
die zunehmende Zahl ausländischer Mitarbeiter interkulturelle Kompetenzen
seitens ihrer Kollegen, Vorgesetzen und Mitarbeiter notwendig werden.
Die gerade vollzogene Einführung der "Green Card" für
Computerspezialisten aus dem Ausland ist nur der Anfang eines derartigen
Trends, der nicht zuletzt auch durch die demographische Entwicklung in
unserer Gesellschaft gefördert wird. Ein weiteres Beispiel ist die
zunehmende Zahl von globalen virtuellen Teams, die in der Regel für
eine bestimmte Zeit "vernetzt" Projektarbeit leisten oder spezifische
Problemstellungen bearbeiten. Die häufig wechselnde Zusammensetzung
solcher global zusammengesetzter Teams stellt ihre Mitglieder vor die
große Herausforderung, sich immer wieder erneut in andersartigen
fremdkulturellen Kontexten zurechtfinden zu müssen.
Des weiteren wird aufgrund der zunehmend kulturellen Heterogenität
in deutschen Unternehmen die Frage nach einem geeigneten "diversity
management" immer wichtiger.
Auch werden in zunehmendem Maße Entsandte deutscher multinationaler
Unternehmen lediglich für eine kurze Zeit in häufig wechselnde
Einsatzgebiete unterschiedlicher kultureller Prägung entsandt. Zur
Zeit betrifft dies insbesondere deutsche Fachkräfte, die beispielsweise
zu transferierende Produktionsanlagen im Ausland errichten.
Insbesondere für berufliche Tätigkeiten, die durch intensive
soziale Interaktionen gekennzeichnet sind und auf einem hohen Problemlösungspotential
beruhen, werden interkulturelle Kompetenzen als notwendige Voraussetzung
für eine erfolgreiche kulturübergreifende Zusammenarbeit erforderlich
sein. Galt es bisher insbesondere den Personenkreis der "Expats"
für derartige Aufgaben vorzubereiten, so werden offensichtlich in
Zukunft auch zunehmend Fach- und Führungskräfte in Deutschland
interkulturelle Kompetenzen aufweisen müssen.
Die oben angeführten Beispiele verdeutlichen, daß
Fach- und Führungskräfte international zusammengesetzter Teams
zunehmend weniger Zeit besitzen, sich an ständig wechselnde fremdkulturelle
Situationen anzupassen - insofern sie von Anfang an erfolgreich in international
zusammengesetzten Teams mitarbeiten wollen oder diese sogar führen
sollen. "Anpassungsfähigkeit" als einziger erfolgskritischer
Faktor in Auseinandersetzung mit dem fremdkulturellen Umfeld greift daher
zu kurz. Die Fähigkeit, anderen Normen und Werten zu entsprechen
und sich an andere Geschäftsstile und -gepflogenheiten anzupassen,
vielleicht sogar unterzuordnen, wird sicherlich nicht weniger hilfreich
sein wie bisher, dürfte aber nicht vor den skizzierten Herausforderungen
zukünftiger interkultureller Aufgaben als alleiniger Erfolgsfaktor
angesehen werden. Zweifelsohne wird die Fähigkeit sich anzupassen
zu können, ein wichtiges Merkmal interkultureller Kompetenz bleiben.
Ein Prozeßmodell interkultureller Kompetenz
Allerdings bedarf der Begriff der Anpassung einer Erweiterung, wenn Synergieeffekte,
die sich aufgrund des Zusammenarbeitens interkultureller Teams ergeben
können, genutzt werden sollen. Gilt es wünschenswerte Synergieeffekte
zu erzielen, so sollte die effektive Zusammenarbeit des interkulturell
zusammengesetzten Teams nicht unbedingt an der Fähigkeit jedes einzelnen
Mitglieds gemessen werden, sich anpassen zu können (um zum Beispiel
potentielle Konfliktstellen zu minimieren) und Kompromisse im Sinne des
"kleinsten gemeinsamen Nenners" zu finden, sondern es sollten
insbesondere integrative Lösungen im Sinne der Synthese fremdkultureller
Eigenheiten angestrebt werden. Kennzeichen von Synergieeffekten ist nicht
die Addition von einzelnen wünschenswerten Fähigkeiten und Eigenschaften,
sondern ihre Synthese zu qualitativ neuartigen Lösungen, die Antworten
auf bislang unbeantwortete Fragen liefern.
Als zum Beispiel japanische Mitarbeiter in einem multinationalen Konzern
in den USA von ihren amerikanischen Kunden aufgefordert wurden, Auskunft
über den Zeitpunkt der Ankunft ihrer bestellten Produkte zu geben,
so führte dies zu Problemen, da die japanischen Mitarbeiter erfahrungsgemäß
wußten, daß diese Zeitpunkte in der Regel durch ihre Lieferanten
nicht eingehalten wurden. Dieses Spannungsverhältnis, dem Kundenwunsch
nach exakter Terminplanung nachkommen zu müssen und dabei aber eine
richtige, zutreffende Antwort geben zu wollen, führte zum innerbetrieblichen
Konflikt. Eine Lösung für diese mißliche Lage wurde in
der Angabe von "Zeiträumen" für die Ankunft der bestellten
Waren gefunden, anstatt, wie bisher gezwungenermaßen von den japanischen
Mitarbeitern praktiziert, "Zeitpunkte" mitzuteilen, die sich
nachträglich häufig als "falsch" herausstellten. In
diesem Fall zeigte sich in der Praxis tatsächlich, daß sowohl
die japanischen Mitarbeiter als auch die amerikanischen Kunden mit dieser
neuartigen Lösung zufrieden waren, da die bestellten Produkte seitens
der Lieferanten innerhalb der angegebenen Zeiträume geliefert wurden
(die japanischen Mitarbeiter konnten somit immer "wahre" Angaben
machen) und den amerikanischen Kunden kam die Angabe von "Zeiträumen"
ebenfalls entgegen. Durch die Kombination unterschiedlicher Vorstellungen
und Wünsche wurde in diesem Fallbeispiel eine neuartige, "synthetische"
Lösung für das geschilderte Problem gefunden, die weit mehr
als ein Kompromiß ist.
Die nachhaltige Verwirklichung dieser synthetischen Lösungen
ist allerdings nur in einem Umfeld vorstellbar, welches die Heterogenität
des Kontextes betont. Daher werden Akteure ihre interkulturelle Kompetenz
an ihrer Fähigkeit messen lassen müssen, am konstruktiven Diskurs
unterschiedlicher Meinungen, Ziele, Arbeitsstile, Denkgewohnheiten, Planungsaktivitäten,
Lösungsansätze etc. teilnehmen zu können sowie -in einem
nächsten Schritt- diesen Prozeß moderieren zu können.
Das Charakteristikum dieser Aktivitäten in international zusammengesetzten
Teams liegt in der Unterschiedlichkeit ihrer jeweiligen Ausführung.
Doch Handlungsbereitschaft und -fähigkeit in fremdartigen Umwelten
ist Kennzeichen positiv genutzter Interkulturalität und somit interkultureller
Kompetenz.
Interkulturalität definiert sich im wesentlichen
über "Unterschiede". Je größer die wahrgenommenen
oder tatsächlichen Unterschiede im Denken und Handeln der Beteiligten,
desto fremdkultureller die Situation. Es ist daher kein Zufall, daß
Führungskräfte im Rahmen von Personalentwicklungsmaßnahmen
mit "fremdartigen" Begegnungssituationen konfrontiert werden,
um sie auf einen Einsatz im Ausland vorzubereiten. Vor diesem Hintergrund
ist auch folgendes exotisch anmutende, aber ernstgemeinte Training zu
verstehen: Begibt sich eine deutsche Führungskraft für eine
bestimmte Zeit in ein Krankenhaus, um dort aktiv helfend "Hand anzulegen",
so wird die Führungskraft diese Erfahrung vermutlich als unterschiedlicher
und "fremder" im Vergleich zu ihren bisherigen Erfahrungen als
Entsandte in Ausübung ihrer gewohnten Tätigkeit in einem anderen
Land beurteilen. Die Fähigkeit, Gemeinsamkeiten im interkulturellen
Kontext herzustellen, ohne zugleich Unterschiede, die potentielle Synergieeffekte
erst ermöglichen, außer acht zu lassen, ist notwendige Voraussetzung,
kompetent im interkulturellen Kontext handeln zu können.
Somit ist das Erkennen unterschiedlicher Verhaltensstile, Denkweisen,
Werte, Prämissen etc. in interkulturellen Teams gleichsam die Vorbedingung
zur Nutzung von Synergiepotentialen. Werden diese wahrgenommenen Unterschiede
im folgenden nicht akzeptiert, sondern lediglich als Hindernis für
die gewünschte Generierung und Implementation neuartiger Lösungen
betrachtet und im weiteren einem "Anpassungsdruck" einer dominanten
Mehrheit ausgesetzt, so wird die Nutzung synergetischer Potentiale vertan.
Wenn beispielsweise die in der Regel von amerikanischen Mitarbeitern flexibel
gehandhabte Einhaltung gemeinsam beschlossener Pläne generell als
hinderlich und kontraproduktiv im vermeintlich systematischen deutschen
Planungsprozeß betrachtet wird, so wird die Chance vertan, die Vorteile
dieses Planungsverhaltens insbesondere bei komplexen Sachverhalten, die
durch schnellen Wandel und Unsicherheit geprägt sind, gewinnbringend
zur Geltung kommen zu lassen.
Die richtige Interpretation der akzeptierten Unterschiede ist der nächste
konsequente Schritt in diesem prozessualen Modell. Nur wenn dies gelingt
können Synergiepotentiale identifiziert und die zu ihrer Realisierung
angemessenen Ziele gesetzt werden. Entsprechende Verhaltensstrategien
führen zur Nutzung der antizipierten Synergiepotentiale, was wiederum
Lerneffekte auslöst.
{Grafik}
Zur Illustration dieses Sachverhalts soll ein dem Autor
in den USA von deutschen Entsandten auffallend häufig berichtetes
Stereotyp angeführt werden, welches in dem Satz "Amerikaner
können nicht komplex und selbständig denken" zusammengefaßt
werden kann. Dieses negative Werturteil wurde damit begründet, daß
US-Amerikaner die ihnen übertragenen Aufgaben selten in der ihnen
zur Verfügung gestellten Zeit abschließen konnten und darüber
hinaus sehr oft die deutsche Führungskraft um ein Feedback ihrer
erreichten Zwischenziele baten. In der Folge überwachten die deutschen
Führungskräfte argwöhnisch jegliche Aktivitäten ihrer
amerikanischen Mitarbeiter und gaben ihnen zum Teil sehr detailliert vor,
wie bestimmte Ziele und Pläne zu verwirklichen sind. Es dürfte
nicht verwundern, daß die gleichen Vorgesetzten über Unzufriedenheit
bei ihren amerikanischen Mitarbeitern sowie über eine hohe Fluktuation
berichteten.
Allerdings wurde hierbei durch die deutschen Führungskräfte
überhaupt nicht beachtet, daß amerikanische Mitarbeiter gewohnt
sind, Projektfortschritte mit ihrem lokalen Vorgesetzten abzustimmen,
da eben Planungen in den USA auch sehr schnell wieder geändert werden
und deshalb dieser Abgleich von Ist- und Sollzustand notwendige Bedingung
für das Gelingen des Gesamtzieles ist. Pläne sind in den USA
nicht "in Stein gemeißelt", und daher orientiert sich
dieses Arbeitsverhalten der amerikanischen Mitarbeiter, welches von den
deutschen Vorgesetzten falsch interpretiert wurde, an den häufig
stattfindenden und üblichen Planänderungen.
Wie aus Abbildung 1 hervorgeht, steht der fremdkulturelle Kontext offensichtlich
im Spannungsverhältnis zwischen Kognitionen und beobachtbarem Handeln
der Führungskraft sowie seinen Qualifikationen und Persönlichkeitseigenschaften.
Der aktuelle fremdkulturelle Kontext bestimmt, was sinnvolles Handeln
beinhaltet und welche Verhaltensstrategien zum Erfolg führen. Eine
"Anpassung" des Führungsverhaltens des deutschen Vorgesetzten
an einen falsch interpretierten Kontext -wie im obigen Beispiel beschrieben-
kann keine geeignete Lösung sein. Die häufig zu beobachtende
Resignation und nachfolgende Kapitulation vor der Durchsetzung als notwendig
erachteter Aufgaben ist auch keine sinnvolle Alternative. Wie das folgende
Beispiel zeigt, sind auch andere Wege möglich: Eine deutsche Führungskraft
beklagte sich über eine mangelnde vorausschauende Planung seiner
nordamerikanischen Mitarbeiter. Das Planungsverhalten lasse alternative
Pläne ebenso vermissen, wie auch langfristige Aspekte keinen Eingang
in die dargebotene Planung fänden. Zunächst leistete er viel
Überzeugungsarbeit und versuchte Verständnis für eine "umfassende",
langfristig orientierte Planung bei seinen Mitarbeitern zu wecken und
leitete sie unterstützend zu einer Planung in seinem Sinne an - alles
ohne Erfolg. Erst als er seine Mitarbeiter in den halbjährlich stattfindenden
Zielvereinbarungsgesprächen auf die Durchführung einer "strategischen
Planung" verpflichtete, klappte es auf Anhieb in seinem Sinne, ohne
das er sich mit Widerständen seitens seiner Mitarbeiter konfrontiert
sah. Ein Beispiel, welches den Erfolg einer Idee durch geschicktes Ausnutzen
des fremdkulturellen Kontextes belegt. Bekanntlich ist die Zielerfüllung
gemeinsam beschlossener Zielvereinbarungen in den USA überaus wichtig
für amerikanische Mitarbeiter.
Die in Abbildung 1 aufgeführten Qualifikationen und Persönlichkeitseigenschaften
könnten um weitere Aspekte ergänzt werden. Wichtig erscheint,
daß diese Qualifikationen und Eigenschaften nicht vor dem Hintergrund
einer falsch verstandenen Anpassung des Vorgesetzten diskutiert werden.
Beispielsweise zielt die Persönlichkeitseigenschaft "Verhaltensflexibilität"
auf mehr ab, als auf Abänderung oder sogar Aufgabe des ursprünglich
verfolgten Zieles der deutschen Führungskraft. Die jeweilige Zielvorstellung
muß lediglich richtig in den fremdkulturellen Kontext "eingepaßt"
werden, damit sie von allen Akteuren als "anschlußfähig"
erlebt werden kann. Offensichtlich bietet der fremdkulturelle Kontext
mannigfache Möglichkeiten zum Ziel zu kommen, ohne "faule Kompromisse"
durch verfrühtes Anpassungsverhalten eingehen zu müssen.
LITERATUR ZUR THEMATIK:
Black, S., Gregersen, H., Mendenhall,
M. & Stroh, L. (1999). Globalizing people through international
assignments. New York: Addison-Wesley.
Black, S., Morrison, A. & Gregersen, H. (1999).
Global explorers: The next generation of leaders. New York: Routledge.
Lustig, M. W. & Koester, J. (1999). Intercultural
competence. Interpersonal communication across cultures. New York:
Longman.
Mendenhall, M. (2000). New perspectives on expatriate adjustment
and its relationship to global leadership development. In M. E. Mendenhall,
T. M. Kühlmann & G. K. Stahl (Eds.), Developing global leaders:
Policies, processes, and innovations. Westport, CT: Quorum.
Stahl, G. K. (1998). Internationaler Einsatz von Führungskräften.
München: Oldenbourg.
Christoph Müller: Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl
für Personalwesen und Führungslehre der Universität Bayreuth.
Derzeitiger Forschungsschwerpunkt: Der Transfer deutscher Managementpraktiken
in die USA und nach Japan.
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