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Methoden der Ausbildung 1
Methoden der Ausbildung 2
Methoden der Ausbildung 3
Methoden der Ausbildung 5
Die zeitgemäße Führung von Mitarbeitern
Beratungs- und Förderungsgespräch
Die Auswahl des Auszubildenden
Innere Kündigung
Der Ausbilder als Teamentwickler
Der Ausbilder als Mitarbeiter- entwickler
Der Ausbilder als Konflikt- moderator
Der Ausbilder als Problemlöser
Der Ausbilder - mehr als nur 'Lehrer'
Der Kunde als König
Wie wähle ich den 'richtigen' Auszubildenden
Interkulturelle Kompetenz
Literatur- empfehlungen
Scientology- erklärung
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Mehr Zeit für die Ausbildung
von Stephan Möller
Es klingt mir aus vielen Seminaren im Ohr: "keine
Zeit". In den zurückliegenden Jahren verging kein Seminar, in
dem die Teilnehmer die Probleme hinsichtlich Führung, Kommunikation,
Teamarbeit, Methoden der Ausbildung, Motivation und so weiter auf den
Mangel an Zeit zurückführten als eine ihrer Hauptursachen für
die wahrgenommenen Probleme. Dies veranlaßte mich, über dieses
Thema grundsätzlich nachzudenken und nach Wegen aus dem Elend zu
suchen.
Dieser Artikel soll die Problematik des Mangels an Zeit beleuchten und
in ein rechtes Licht zu rücken suchen. Ferner soll er aufzeigen,
welche Techniken zur Zeitplanung und Prioritätensetzung existieren
und welche Grundgedanken des Zeitmanagements dabei berücksichtigt
werden sollten.
1. WARUM ZEITMANAGEMENT?
Im Unternehmen und bei der Ausbildung wird Zeit vergeudet. Doch Zeit
ist Geld, wenn man keine Zeit hat. Untersuchungen haben ergeben, daß
im Durchschnitt von 1000 Stunden über 200 Stunden "verlorengehen",
das heißt, einer ernsthaften Kritik nicht standhalten.
Können wir uns das heute wirklich noch leisten? Wenn ein Ausbilder
heute 35 Jahre alt ist, dann hat er bis zu seiner Rente noch etwa 30 Jahre
vor sich. Das sind insgesamt nicht mehr als 48.000 reguläre Arbeitsstunden.
Zeit ist ein einzigartiges Kapital. Geld zu verlieren ist schmerzhaft,
aber der Verlust läßt sich unter Umständen wieder einholen.
Verlorene Zeit jedoch ist für immer verloren.
"Zeit ist das unerbitterlichste und das am wenigsten flexible Element
unserer Erde"
Wir können die Zeit nicht aufhalten, aber wir sind imstande, die
Art und Weise der Zeitverwendung zu bestimmen. Wir können unsere
Zeit rentabel oder unrentabel investieren.
Dabei ist der Begriff "Zeitmanagement" eigentlich
falsch. Im Grunde genommen können wir kein Management der Zeit betreiben,
denn die Uhr bewegt sich unaufhörlich weiter. Die Zeit vergeht mit
der gleichen Geschwindigkeit, egal, was wir tun.
"Es geht nicht um das Management der Uhr, sondern um das Management
unserer Person in Hinblick auf der Uhr."
Entscheidende Voraussetzung zum systematischen und zeiteffizienten Arbeiten
ist daher Selbstdisziplin. Mangel an Eigenmotivation und Selbstdisziplin
verhindert das Umsetzen von Techniken in die Praxis.
Wer vier Wochen systematisches Zeitmanagement durchhält, läßt
kaum mehr davon ab.
Das bedeutet aber:
Um Zeit zu gewinnen, müssen Sie zunächst Zeit investieren. Zeit
haben ist die Bereitschaft, ein Arbeitssystem zu erlernen.
2. DIE HÄUFIGSTEN ZEITFALLEN
Wir meinen, unsere Probleme seien singulär. Das
ist jedoch nicht der Fall. Zeitprobleme sind nahezu identisch. Die verbreitetsten
Zeitfallen in nahezu allen Unternehmen sind:
- unklare Firmen- und Einzelziele
- unklare Rollenverteilung
- blockierte Informationswege oder Informationsüberflutung
- Flaschenhalssituationen (alle Probleme und Entscheidungen wandern
nach oben)
- zuviel Routinearbeit (der Manager als oberster Sachbearbeiter)
- zuwenig Delegation
- Telefonate und Besuche
Hauptargumente gegen systematisches Arbeiten sind:
- "Ein einfaches, ohne große Hilfsmittel anwendbares, Arbeitssystem
kann es nicht geben."
- "Man kann gar nicht effektiver arbeiten."
- "Ein solches System schränkt mich ein."
- "Ich vergesse das Gelernte ohnehin wieder."
- "Ich habe, glaube ich nicht genügend Ausdauer, um die Arbeit
mit System durchzuhalten."
- "Ich habe keine Zeit, dafür Zeit zu investieren, so etwas
zu lernen."
- "Eine systematische Zeitplanung geht überhaupt nicht."
- "Eine Politik der offenen Tür ist mir aber für die
Mitarbeiter wichtiger."
- "Prioritäten lassen sich nicht so einfach setzen."
- "Besprechnungen sind nicht immer so effektiv, wie ich mir das
wünschen würde."
- "Die Mitarbeiter sind noch nicht so weit."
- "Ich will aber nicht immer der Querulant sein oder der Nein-Sager."
- "Ich bin nun einmal ein 130%iger, ein Perfektionist."
- "Ich identifiziere mich nun einmal mit meinen Aufgaben und fühle
mich daher für die Dinge verantwortlich."
- "Wo bleibt denn da die Spontanität?"
- "Aber gegen Innere Kündigung ist man machtlos."
- "Die Wege der Organisation unserer Firma sind halt oft unergründlich."
- "Der Mitarbeiter kann aber schlecht mit Feedback umgehen und
der Vorgesetzte läßt sich davon eh' nicht überzeugen."
- "Erst müssen die andere mal etwas ändern."
3. SELBSTMANAGEMENT IST DIE VORAUSSETZUNG ZUM MANAGEMENT ANDERER
Die Frage ist, wie sich die Prinzipien unternehmerischen
Managements und persönlicher Zeitnutzung so in Einklang bringen lassen,
daß sie die Führungskräfte befähigen, ihre Ziele
zu erreichen.
Dazu folgende Aussage: Zunächst ist es Ihre eigene
Zeit, die Sie verbrauchen.
Sie müssen Ihre Zeit beherrschen, anstatt sich von ihr beherrschen
zu lassen.
Sie werden jedoch kaum in der Lage sein, Ihre Zeit zu beherrschen, wenn
Sie nicht dazu bereit sind, zuerst sich selbst zu beherrschen.
Wenn Sie als Führungskraft sich nicht selbst führen können,
wird Sie kein Führungs- oder Zeitmanagementseminar zu einem potentiellen
Manager machen.
Unfriede, Störungen und Hektik werden auch dadurch im Unternehmen
verbreitet, daß Führungskräfte mit sich und ihren Zielen
uneins sind.
Wer folglich Zeitmanagement betreiben will, muß erst einmal mit
sich eins werden. Der größte Störfaktor, das eigene Ich,
muß steuerbar werden.
Wenn Sie dies eingesehen haben, dann setzen Sie sich mit Ihren Zielen,
ob beruflich oder privat, ab als Führungskraft oder als Mitarbeiter,
als Bauleiter bzw. Vorarbeiter oder als Ausbilder auseinander. Wenn Sie
Ihre Ziele klar und deutlich vor sich haben, Grenzen abgesteckt haben
und die Rahmenbedingungen definiert haben, erst dann macht es Sinn, sich
mit dem Setzen von Prioritäten auseinanderzusetzen.
"Und als sie ihr Ziel aus den Augen verloren
hatten,verdoppelten sie ihre Anstrengungen!"
Mark Twain
4. PRIORITÄTENSETZUNG
Die wichtigste Regel zur Prioritätensetzung lautet:
Unterscheide zwischen Wichtigkeit und Dringlichkeit!
Dies für zu einer einfachen wie einleuchtenden Systematik,
dem sog. IKE-Prinzip (benannt nach Eisenhower, dessen Spitzname Ike'
war):

Hierbei werden alle Aufgaben danach unterschieden, wie wichtig (also wie
bedeutsam die Aufgabenerfüllung für die Zielerreichung ist)
und wie dringlich (also wie schnell in Hinblick auf eine zeitliche Frist)
sie ist. Es werden vier Kategorien gebildet:
- Diese Aufgaben sind sehr wichtig und sehr dringlich. Sie bedürfen
der sofortigen und persönlichen Erledigung
- Diese Aufgaben sind zwar sehr wichtig, aber weniger dringlich. Diese
werden auf Wiedervorlage gelegt und zu einem Zeitpunkt bearbeitet, an
dem ich ausreichend Zeit nd Muße für die Bearbeitung habe.
- Diese Aufgaben sind eher dringlich, dafür aber weniger wichtig.
Sie sollten nach Möglichkeit an einen Mitarbeiter delegiert werden.
- Diese Aufgaben sind weder wichtig noch dringlich. Sie sollten unbedingt
in den Papierkorb geworfen werden. Ja, Sie haben richtig gelesen: In
den Papierkorb! Sie werden nicht benötigt.
Wenn es Ihnen gelingt, diesen Schritt zu vollziehen,
haben Sie bereits die grundlegende Technik verinnerlicht.
5. REGELN DES SELBST- UND ZEITMANAGEMENTS
Damit Sie nun Ihre Prioritätensetzung in konkretes
Tun umsetzen: sind folgende Regeln besonders hilfreich:
| NR |
REGEL |
ERLÄUTERUNG |
| 1. |
Grundregel |
Verplanen Sie nur einen bestimmten Teil Ihrer Arbeitszeit.
Halten Sie sich eine Reserve zurück. |
| 2. |
Konsequentund regelmäßig |
Arbeiten Sie systematisch und regelmäßig
an Ihrer Zeitplanung.
Bringen Sie angefangene Arbeiten konsequent zum Abschluß. |
| 3. |
Realistisch |
Planen Sie so, daß Sie Ihre Aufgaben auch erledigen
können. Beugen Sie der Gefahr vor, sich zuviel vorzunehmen.
Der Mißerfolg ist sonst vorprogrammiert. |
| 4. |
Flexibel |
Verfallen sie nicht in den Fehler um der Zeitplanung
selbst willen sklavisch an Ihrer Planung festzuhalten.
Innere Gelassenheit rührt her vom rechtzeitigen loslassen. |
| 5. |
Zeitverluste |
Versuchen Sie, Zeitverluste sofort auszugleichen. Arbeiten
Sie lieber einmal länger, als tagelang der verlorenen Zeit nachzulaufen. |
| 6. |
Zeitvorgaben |
Bemühen Sie sich um klare Zeitvorgaben. Die Erfahrung
zeigt, daß eine Arbeit so lange dauert, wie Zeit dafür
zur Verfügung steht. |
| 7. |
Ergebnisse
statt Aufgaben |
Legen Sie möglichst Ergebnisse fest und keine
bloßen Aufgaben/Tätigkeiten.
Ein Unternehmen lebt von Ergebnissen und nicht von Auftragserfüllung. |
| 8. |
Erledigungstermin |
Halten Sie Endtermine für Ihre Tätigkeiten
fest. Sie zwingen sich so zu mehr Konsequenz und vermeiden Verzögerungen
und Aufschübe. |
| 9. |
Keine vagen
Terminvorgaben |
Schaffen sie weitinterpretierbare und subjektive Angaben
wie so bald wie möglich, etc. ab.
Legen Sie präzise fest, bis wann die Aufgabe erledigt sein soll. |
| 10. |
Prioritätensetzung |
Bestimmen Sie, was Sie mit welcher Priorität umsetzen
wollen. |
| 11. |
Zeitdiebe |
Halten Sie sich ausreichend Zeit frei für Zeitdiebe,
die vor- und nachmittags zu bestimmten Zeiten häufiger auftreten.
|
| 12. |
Störarme Zeiten |
Versuchen Sie, vermehrt störarme Zeiten einzuführen.
Sprechen Sie diese mit Ihren Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kollegen
ab. |
| 13. |
Unproduktive Tätigkeiten |
Halten Sie ihren Zeitaufwand für unproduktive
Tätigkeiten (fotokopieren, Schreiben statt diktieren etc.) so
gering wie möglich. Sonst sind Sie nicht in der Lage, sich auf
das Wesentliche zu beschränken. |
| 14. |
Abwechslung |
Sorgen Sie für mehr Abwechslung in Ihrer Arbeit.
Versuchen Sie Ausgleiche zwischen lang- und kurzfristigen Aufgaben
oder zwischen Besprechungen und Einzeltätigkeiten zu schaffen. |
| 15. |
Keine Arbeit mit nach Hause nehmen |
Gewöhnen Sie sich gar nicht erst an, Arbeit mit
nach Hause zu nehmen. Diese Angewohnheit führt nicht nur zum
Dauerstress - und ist damit gesundheitsschädlich und familienfeindlich
-, sondern erzieht auch zum nachlässigen Umgang mit der offiziellen
Zeit. |
| 16. |
Sich nicht selbst bei der Arbeit
unterbrechen |
Aufgaben, die zusätzlich anfallen, notieren und
dann bearbeiten, wenn Sie die momentanen Aufgaben erledigt haben. |
| 17. |
Abstimmen der Zeitplanung |
Stimmen Sie Ihre Zeitplanung auch mit Kollegen, Mitarbeitern
und Vorgesetzten ab. |
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Zeitplanung
und bin gespannt darauf, ob in den künftigen Seminaren das Problem
des Zeitmangels seltener wird. Die Auszubildenden werden es Ihnen danken.
Erschienen in Ausbilder-INFO
Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Heft 1/2001
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