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Methoden der Ausbildung 1
Methoden der Ausbildung 3
Methoden der Ausbildung 5
Die zeitgemäße Führung von Mitarbeitern
Beratungs- und Förderungsgespräch
Die Auswahl des Auszubildenden
Innere Kündigung
Der Ausbilder als Teamentwickler
Der Ausbilder als Mitarbeiter- entwickler
Der Ausbilder als Konflikt- moderator
Der Ausbilder als Problemlöser
Der Ausbilder - mehr als nur 'Lehrer'
Mehr Zeit für die Ausbildung
Der Kunde als König
Wie wähle ich den 'richtigen' Auszubildenden
Interkulturelle Kompetenz
Literatur- empfehlungen
Scientology- erklärung
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"Methoden in der Ausbildung - oder: Von Lust und Frust des Auszubildenden
mit seinem Ausbilder"
TEIL 2
Die Mehr-Stufen-Methode(n) -
Verbreitet ja, aber auch immer gut?
von Stephan Möller
Die Mehrstufen-Methode, meistens als Vier-Stufen-Methode
verstanden, ist sicher die verbreitetste Methode unter den in der betrieblichen
Praxis zur Anwendung gelangenden Methoden. Wobei es sich handelt, werden
sicher alle Absolventen der Meisterschule in bester Erinnerung haben:
Stufe 1: Vorbereitung
Stufe 2: Vorführung eines Arbeitsganges
Stufe 3: Ausführung durch den Auszubildenden
Stufe 4: Üben.
In der Theorie wird davon ausgegangen, daß während
der ersten Stufe sowohl der Arbeitsplatz, der zu vermittelnde Lernstoff
als auch der Auszubildende auf die Materie dieser Ausbildungseinheit vorbereitet
wird. Dies bedeutet, daß das Arbeitsumfeld und die für
den Lernstoff benötigten Materialien und Werkzeuge geordnet
bereit liegen, ggf. Anschauungsmittel wie Fotos, Schaubilder, Fachbücher
oder vorbildliche Gewerke vorhanden sind und nicht erst gesucht werden
müssen. Improvisation hat an dieser Stelle keinen Platz. Auch der
Auszubildende muß vorbereitet sein, damit er auf der Basis
seiner Vorkenntnisse das zu erwerbende Wissen richtig einzuordnen vermag,
Hemmungen ablegen kann und vorbehaltlos an den Lernstoff herangehen kann.
Die zweite Stufe bedeutet ein schrittweises Vormachen
und Erklären der einzelnen theoretischen und praktischen Inhalte
und Verrichtungen. Dies erfordert vom Ausbilder oft ein ungewohntes Vorgehen,
da in der Praxis einer guten Fachkraft die meisten Verrichtungen automatisiert
ablaufen und nicht ins Bewußtsein vordringen. Die uneingeschränkte
Aufmerksamkeit des Auszubildenden ist hier letztendlich ein wesentlicher
Grundstein für den Erfolg.
In der dritten Stufe kommt der Auszubildende zum
Zuge, der nun das zuvor Vorgemachte nachmacht und mit eigenen
Worten erläutert. Dem Ausbilder kommt hier die Rolle des Überprüfers
und Korrigierenden zu. Korrigieren heißt jedoch nicht, durch
wortreiches, gar lautstarkes Gezeter den Auszubildenden zu demotivieren,
sondern sachlich auf Fehler hinzuweisen.
In der vierten und letzten Stufe übt der
Auszubildende selbständig die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten.
Er wird hierbei durch den Ausbilder betreut. Die Leistung sollte gemeinsam
begutachtet werden und anerkannt bzw. ggf. sachlich kritisiert
werden. Die gemeinsame Überlegung, wie erkannte Mängel beseitigt
werden können, sorgt hierbei sicherlich dafür, das kritische
Auge des Auszubildenden zu schulen und gleichzeitig selbst den Lohn für
die Mühe einzufahren.
Dies ist sicher die gute Theorie, die fraglos der Methode,
gerade bei der Vermittlung von Wissensgrundlagen eine gewichtige Rolle
zuweist.
Doch wo Licht ist, da ist leider oftmals auch Schatten.
Die vergangenen Workshops "Neue Wege zur Gestaltung der Ausbildung,
aber auch die anderen WdA-Seminare haben unmißverständlich
gezeigt, daß mit dieser Methode in der Praxis wesentliche Ausbildungsziele
der neuen Ausbildungsverordnung vernachlässigt werden. Die Ursache
liegt nach meiner Einschätzung a) einerseits in der Methode an sich,
b) andererseits jedoch leider auch in der Art der Anwendung durch den
Ausbilder.
a) Die Methode ist, wenn sie in der Praxis entsprechen
der Theorie eingesetzt würde, sicher eine gute Form der Vermittlung
von Grundlagenwissen und Basisfertigkeiten, in welcher der Ausbilder quasi
eines Modells oder besser eines Vorbildes gleich vorgibt, wie etwas zu
tun ist. Dies degradiert jedoch den Auszubildenden zu einem Nachmacher,
der letztendlich meistens unreflektiert nachahmt, was seine Vorbilder
ihm vorleben. Selbstkritik, Selbsterfahrung, die Möglichkeit, zwischen
vorbildlich und nicht nachahmenswert zu unterscheiden sind sicher nicht
die Stärken dieser Methode. Daher ist diese Methode letztendlich
nur so gut, wie die Vorbereitung und der Ausbilder, der diese Methode
zur Anwendung bringt. Auch steht und fällt die Methode mit dem kritischen
Blick und dem Engagement des Auszubildenden. Wenn der Auszubildende hoch
motiviert ist und sich nicht scheut, den Ausbilder ggf. auch kritisch
zu hinterfragen, dann ist diese Methode selbst mit diesen Schwächen
gut geeignet.
b) Anders sieht es aus, wenn diese Methode nicht sorgfältig vorbereitet
zum Einsatz kommt. Betrieblicher Alltagsstreß, Hektik, Leistungsdruck
oder gelegentlich das unkritische Umgehen mit verschiedenen Ausbildungsmethoden
verhindern oft, daß der Auszubildende durch diese Methode fundamentales
Wissen in guter Qualität erwirbt. Die vernachlässigte Vorbereitung,
die gelegentlich erforderliche Improvisation auf der Baustelle schaden
einer guten Ausbildung. Auch die mangelnde oder demotivierende Kontrolle
verhindert, daß der Auszubildende fundiertes gutes Wissen erhält.
Zumal dann, wenn die Methode auch dann zum Einsatz kommt,
wenn Ausbildungsziele vermittelt werden sollen, bei denen es um die Vermittlung
der in der Ausbildungsverordnung geforderten "Schlüsselqualifikationen"
geht. Hier hat diese Methode, so die Diskussion in den zurückliegenden
WdA-Workshops, beträchtliche Defizite. Das größte Maß
an Aktivität geht, wenigstens in den ersten beiden Stufen, oftmals
in der Praxis jedoch auch in den darauf folgenden Stufen eher vom Ausbilder
als vom Auszubildenden aus, während doch an sich in vielen Fällen
die Initiative, sei es bei der Auseinandersetzung mit dem Lernstoff oder
bei der Bewältigung von Problemen, vom Auszubildenden ausgehen sollte
und vom Ausbilder lediglich eine Beratung, Hilfe und Unterstützung
ausgehen sollte.
Fazit: Verbreitet ja, nicht immer gut aber an der
richtigen Stelle besonders wertvoll.
Erschienen in Ausbilder-INFO
Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Heft 1/1999
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