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Methoden der
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Ausbildung 3

Methoden der
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Die zeitgemäße
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Beratungs- und
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Die Auswahl des
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Innere Kündigung

Der Ausbilder
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Der Ausbilder
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Der Ausbilder
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Der Ausbilder
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Der Ausbilder -
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"Methoden in der Ausbildung - oder: Von Lust und Frust des Auszubildenden mit seinem Ausbilder"

TEIL 3
Die Projektmethode - Mittel der Wahl, unglaublich viel Vorbereitung und sowieso nicht machbar

von Stephan Möller

 

Im Workshop "Neue Wege zur Gestaltung der Ausbildung" im Rahmen der Weiterbildung der Ausbilder werden die Teilnehmer befragt, welche Ziele die Ausbildung zum Landschaftsgärtner verfolgt. Die Hauptziele sind:

  • Fachkompetenz,
  • Eigenständigkeit und Selbstverantwortung,
  • Motivation,
  • Identifikation mit dem Beruf,
  • Spaß an der Arbeit,
  • Qualitäts- und Kostenbewußtsein und
  • Schlüsselqualifikationen wie menschlich-soziale Kompetenz, Konflikt- und Problemlösungsfähigkeit und Teamorientierung (siehe auch Teil 1 dieser Artikelserie)

Diese sollen im Rahmen einer handlungsorientierten, d. h. an der Praxis ausgerichteten, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelnde Ausbildung erreicht werden.

Um diese Ziele zu erreichen, sind in angemessener Weise die verschiedenen Methoden zu kombinieren. Wenn man sich allerdings fragt, in welchem Maße die verschiedenen Methoden die Zielerreichung unterstützen, so erweist sich schnell, daß hierbei Methoden, bei der die Interaktion zwischen mehreren Auszubildenden besonders gefordert und die Bewältigung einer komplexen Aufgabe im Mittelpunkt steht, besonders wertvoll sind. Hierfür steht insbesondere die Projektmethode. Warum ist das so?

Um diese Frage zu beantworten ist zunächst zu klären, was überhaupt ein Projekt ist?


Bei einem Projekt handelt es sich um eine sachlich und zeitlich begrenzte Aufgabe, die durch Zusammenarbeit mehrerer Personen gelöst werden muß.

(nach ELISABETH MEHRMANN und THOMAS WIRTZ)


Bei der Projektmethode bearbeiten also die Auszubildenden ein bestimmtes Gebiet/ eine bestimmte Aufgabe so, daß am Schluß ein vorzeigbares oder für sie verwendbares Ergebnis vorliegt.

Besondere Merkmale sind, daß die Teilnehmer an einem solchen Projekt

  • sich auf gewisse Umgangsformen miteinander verständigen;
  • sich selbst in einem begrenzten zeitlichen Rahmen selbst organisieren;
  • die veranschlagte oder zur Verfügung gestellte Zeit für die verschiedenen Tätigkeiten, z.B. durch Planen, Organisieren, Umsetzen und Kontrollieren selbst einteilen;
  • sich gegenseitig in gewissen Abständen informieren und abstimmen;
  • sich mit einer relativ offenen Aufgabe mit in der Regel recht viel Gestaltungsspielraum beschäftigen;
  • sich neben der fachlichen Aufgabe auch mit dem Gruppenprozeß der Projektgruppe auseinandersetzen müssen (Reibungen und Spannungen), um daß Projektziel zu erreichen;
  • sich gegenseitig in den verschiedenen Situationen helfen und
  • sich mit realen betrieblichen Situationen, Gegenständen oder Fragestellungen auseinandersetzen.

Die Vorteile dieser Methode liegen auf der Hand:

  • Wer entdeckend lernt, behält das Gelernte länger und schafft leichter den Transfer (die Übertragung auf verwandte Themen und Tätigkeitsfelder),
  • Es regt den Auszubildenden dazu an, selber Themen, Fragestellungen, Methoden und Problemlösungen zu finden.
  • Die Auszubildenden steigern unter anderem ihre Entscheidungsfähigkeit, Selbstvertrauen, Kooperationsfähigkeit und Selbstorganisation.
  • Gerade die Schwächeren profitieren besonders, da der Ausbilder sich nicht davon frei machen kann, besonders die guten und leistungsstärkeren Auszubildenden besonders zu fördern. Tritt der Ausbilder in seiner Aktivität zurück, kann davon ausgegangen werden, daß relativ zu den Stärkeren die Schwächeren mehr Gewinn ziehen.
  • Die Methode erfordert, damit das Ziel erreicht wird, von den Auszubildenden das strukturierte Vorgehen mit Zwischenzielen. Hierdurch wird besonders eine gute Arbeitsorganisation gefördert.
  • Die Motivation der Auszubildenden ist, so die Erfahrung der bislang in der Praxis durchgeführten Projekte, spürbar angestiegen.

Keine Methode ohne Grenzen:

  • Die Projektmethode erfordert insbesondere vom Ausbilder eine gute Vorbereitung und Betreuung der Projektgruppe.
  • Nur mit der Projektmethode läßt sich Ausbildung auf keinen Fall machen. Hierzu bedarf es auch anderer Methoden.
  • Wenn der Lernerfolg kurz nach dem Abschluß des Projektes vorhanden sein soll, wird diese Methode scheitern, da der Erfahrung nach Lerngewinn erst zeitverzögert auftritt.
  • Darüber hinaus sollte diese Methode nur dann eingesetzt werden, wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Unter Zeitdruck droht diese Methode zu versagen. Es gilt hierbei der Grundsatz aus einem unserer Zeitmanagement-Seminare


"Wer mehr Zeit haben will, muß zunächst Zeit investieren!"


Was ist bei der Anlage eines Projektes zu bedenken (Checkliste):

1. Welche Fach- und Verhaltensziele will ich erreichen?
2. Welche konkrete Aufgabe ist zu bewältigen?
3. Welche Auszubildenden stehen mir mit welchem Ausbildungsstand zur Verfügung?
4. Wer soll von den Auszubildenden die Leitung der Projektgruppe inne haben? (Getreu dem Grundsatz: "Keine Gruppe ohne Leitung")
5. Welche Rahmenbedingungen sind zu beachten (Zeitvorgabe, Kostenrahmen, Entscheidungsspielraum, Gestaltung des Informationsflusses etc.)
6. Welche Hilfsmittel (Literatur, Werkzeuge, Maschinen, Anschauungsmaterial ...) stehen zur Verfügung?
7. Wie stelle ich mir aus Ausbilder die Kontrolle vor (hinsichtlich des Prozesses und hinsichtlich des Ergebnisses)?
8. Wie soll das Projekt ausgewertet werden (Manöverkritik, Abnahme, Erfahrungsaustausch...)?
9. Wie stelle ich eine Projektdokumentation sicher?
10. Wie gedenke ich die Auszubildenden für die erbrachte Leistung zu belohnen? Dieser Punkt ist besonders wichtig, da vielfach gerade die Anerkennung zu stark vernachlässigt wird. Der Grundsatz "Gute Leistung ist bei uns das Minimum" oder "Solange ich nichts sage ist alles in Ordnung" führt nur zur Demotivation und ist in der Regel vor dem Hintergrund der Komplexität der Projektaufgabe auch unangemessen.

Fazit:

  • Auch die Projektmethode ist nicht die perfekte Ausbildungsmethode.
  • Sie ist sicher eine besonders gute Methode zur Erreichung der anspruchsvollen Ziele der Ausbildung zum Landschaftsgärtner, insbesondere zur Vermittlung der "Schlüsselqualifikationen".
  • Besonders gut wirken kann diese Methode dann, wenn das Projektergebnis Bestand haben und zur späteren Auswertung wieder herangezogen werden kann.
  • Die Erfahrung aus den ersten Nachbereitungen der Workshops haben gezeigt, daß sehr wohl eine Umsetzung bei dem Kunden realisierbar und wirtschaftlich vertretbar ist. (Vgl. hierzu: Ausbilder-Info, Heft 4/98, Seite 4f)
  • Durch einen Mix der verschiedenen Ausbildungsmethoden kann die Wirkung solcher Projekte sicher noch vertieft werden.
  • Wie letztlich bei den anderen Methoden auch, steht und fällt die Projektmethode mit der Vorbereitung durch den Ausbilder.

 

Erschienen in Ausbilder-INFO Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Heft 2/1999

 

 

 

 
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